Shibboleth – oder die Relevanz der thematischen Recherche O_o

Guten Abend liebe Leser meines Blogs,

es ist wieder an der Zeit meinen Eintrag für meinen Kurs Informationskompetenz zu verfassen. Diese Woche war das Thema gezielte thematische Suche nach Aufsätzen (oder Papern) für eine Semester/Seminar/Abschlussarbeit. Ein Hauptaspekt lag dabei auf dem ISI Web of Knowledge und speziell auf dem Web of Science.

Ich möchte auch diese Woche meinen Artikel anhand der vorgegebenen Leitfragen strukturieren.

Thematische Recherche

Bereits letzte Woche habe ich über meine Vorgehensweise für die Recherche nach Artikeln/Papern für mein Masterseminar im letzten Semester umrissen. Ich möchte an dieser Stelle dies nochmals kurz aufgreifen aber auch auf meinen Artikel von letzter Woche dazu verweisen. Unter Einbezug der Informationen aus dem diesewöchigen Tutorial lässt sich meine Vorgehensweise wie folgt beschreiben:

Das Thema meines Seminars war gegeben (Bereich: IT Sicherheit – Seminar: Botnetze – Thema: SPAM) aber für die Literaturauswahl waren keine Vorgaben gemacht. Klar war sofort, das dieses Thema eine gewisse Aktualität der Literatur verlangt, wenngleich auch ein geschichtlicher Hintergrund erarbeitet werden musste um zu verstehen warum Spam ein Problem ist, wie es heute ist. Die Aktualität war an dem Punkt gefragt, als Beispiele für Spam versendende Botnetze nötig wurden.

Als zentralen Einstiegspunkt nutzte ich google scholar (was auch vom Betreuer empfohlen wurde) um mit google üblichen prägnanten Begriffen (z.b. Spam und Botnetz) erste Paper zu finden. So stieß ich auf Forschungsarbeiten die sich mit speziellen Botnetzen befassten wodurch ich Kenntnis von weitergehendem Fachvokabular erhielt. Damit konnte ich meine Suche spezialisieren und die Anzahl der relevanten Treffer steigern. Nach dieser ersten Suche war ich bereits mit etwas 10 Papern, die thematisch sehr eng an meinem Thema waren, versorgt.

Beim Durcharbeiten sind mir weitere Paper durch Zitate aufgefallen, die ebenfalls für mich relevant sein könnten. Basierend darauf und ergänzend dazu die Autorennamen der bereits gefundenen Papern verwendete ich für einen zweiten Suchvorgang. Im Tutorial wurde dieses Vorgehen als Schneeballsystem bezeichnet. Damit hatte ich für mein Seminar umfassende Literatur gefunden, wobei ich schlussendlich lediglich die Hälfte der gefundnen Paper tatsächlich in meine Ausarbeitung mit einbezogen habe. Die andere Hälfte diente mir als Hintergrundinformation und zum besseren Verständnis.

Wie Eingangs bereits erwähnt lassen sich Artikel / Paper auch über spezielle Datenbank suchen. Eine davon ist das ISI Web of Knowledge bzw. das Web of Science. Sucht man diese Datenbank über eine Suchmaschine mit dem Begriff “web of science” wird diese aller Wahrscheinlichkeit nach auch fündig, nur leider scheint der Zugriff für jedermann nicht möglich zu sein – schade! Es gibt nur die Fehlermeldung “NOTICE: Your IP address has not been recognized.” zu sehen.

Nunja, aber davon lasse ich mich nicht abschrecken, hab ich doch schon im Verlauf meines Kurses gelernt, das der Einstieg zu solchen Portale zum Teil streng reglementiert ist, was mit Lizenzsierung der Inhalte zusammenhängt – naja, es geht halt wie so oft in dieser Welt ums liebe Geld 😦 Schade!

Irrweg zum Web of Science

Den Zugang zu Web of Science finde ich nicht intuitiv. Zuerst dachte ich, nachdem ich die Fehlermeldung erhalten habe ich benötige eine IP Adresse aus dem Adressraum der TUM und habe daraufhin den VPN Client bemüht; Seite neu geladen – selbe Fehlermeldung. Dann kam mir in den Sinn: es gibt auch noch eAccess, vielleicht geht es damit. Auf der Bibliotheksseite rausgesucht und eingeloggt. Web of Science Webseite neu geladen und – genau: wieder Fehlermeldung. Auf den Seiten der Bibliothek gesucht ob es hier einen Link zu Web of Science gibt, ggf. funktioniert der Aufruf der Seite ja nur wenn die TUM als Referrer im Link angegeben ist; aber auch Fehlanzeige.

Nun ist mir auf der Seite mit der Fehlermeldung aber noch aufgefallen, das es hier zwei Links gibt über die man sich Authentifizieren kann:

Hier möchte ich anmerken, das ich mit beidem nichts anfangen kann! Shibboleth kommt mir bekannt vor, aber auch nur (!) weil ich beim Anmelden an Moodle der TUM schon eine Fehlermeldung gesehen habe, in der auch Shibboleth vorkam. Nach zweimal Selektieren aus welcher Region bzw. zu welcher Institution ich gehöre und insgesamt fünf mal weiterklicken habe ich nun endlich die Startseite des Web of Science erreicht.

Erkenntnis: Was wie eine Fehlermeldungsseite aussieht, ist offenbar wohl doch keine. Hier muss ich zugeben, das ich nach der oben genannten Fehlermeldung aufgehört habe zu lesen. Geht nicht – mist!

Hier wäre eine andere Nutzerführung wünschenswert, so das der Anwender nicht gleich verloren ist. Auch wenn der Anwender nicht weiß, das Shibboleth die Authentifikationsmethode ist, die er an dieser Stellen braucht, befindet er sich auf verlorenen Posten. Auch das der Anwender sich authentifizieren muss sehe ich ja ein, aber warum so umständlich indem erst aus zwei Dropdownmenues ein Eintrag gewählt werden muss, dann Benutzername und Passwort erfragt wird und abschließend nochmals einen Bestätigung erfragt wird. Die Authentifikation müsste doch anhand des Benutzernames bereits möglich sein indem die Domain der email Adresse zur Bestimmung der Herkunft des Anwenders verwendet wird.

Relevanz von Suchtreffern

“Was macht einen Treffer relevant?” Das ist eine zentrale Frage! Dafür eine immer zutreffenden Definition zu geben dürfte keine einfache Aufgabe sein. Ich meine Relevanz unterscheidet sich je nach Umstand und Kontext. Allgemein könnte man sagen, das ein Treffer für eine Suchanfrage relevant ist, wenn er thematisch zur Suchanfrage passt. Schwierigkeiten hierbei sehe ich bei Mehrdeutigkeiten (im Tutorial: Virus – PC Virus oder Virus aus der Biologie?)

Auch der zeitliche Aspekt kann ausschlaggebend für Relevanz eines Treffers sein, z.B. waren für mich bei meinem Seminar Treffer mit akutellem Publikationsdatum von höherer Relevanz als Publikationen von vor 10 Jahren.

Die Relevanz soll als Art Gewichtung dienen um den Anwender bei seiner Entscheidung zu unterstützen, allerdings sehe ich darin ein Problem. Suchmethoden und Strategien sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich, was einer als relevant erachtet, kann es für den nächsten nicht sein. Daher würde ich als Alternative zur Relevanz eher ein System sehen, das eine Art demokratische Gewichtung unterstützt. Solche Systeme sind bereits aus online shops bekannt, wie z.B. bei Amazon.de: “Kunden die diesen Artikel bestellt haben, haben auch folgendes angesehen“.

Meist finde ich jedoch eine Sortierung der Suchergebnisse in chronologischer Reihenfolge am sinnvollsten. Damit ist für den Anwender schnell ersichtlich, welcher Treffer die aktuellsten Resultat beinhaltet.

Damit möchte ich meinen Eintrag schließen. Ich bedanke mich für Ihr Interessen und freue mich über Kommentare, Anregungen und auch konstruktive Kritik.

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2 thoughts on “Shibboleth – oder die Relevanz der thematischen Recherche O_o

  1. Zu Ihren Zugangsproblem:

    Wenn Sie den Browser schon offen haben und den VPN-Client erst dann starten, müssen Sie entweder den Browser nochmal neu starten oder zumindest das pac-Skript (das Sie unbedingt auch brauchen) neu laden. Ansonsten hat VPN auf den Zugang zu den eRessourcen keine Auswirkungen.
    Erklärung: das pac-Skript wird beim Start des Browsers geladen und überprüft dann ihre IP-Adresse, eine spätere Änderung wird nicht registriert.

    eAccess: im Prinzip ähnlich. eAccess ist ein URL-rewriting-Proxy und funktioniert nur, wenn in der URL “eaccess.ub.tum.de” erscheint. Das reine Neuladen eines offenen Tabs bringt leider nichts. Sie müssen entweder von der eAccess-Startseite über DBIS zur Datenbank navigieren oder einfacher: Sie verwenden das bookmarklet.

    O.K. und jetzt wird’s endgültig kompliziert: das meiste, was ich gerade erklärt habe, funktioniert bei den meisten eRessourcen, nicht aber beim WoS. WoS checkt nämlich beim ersten Aufruf Ihre IP und legt ein Cookie auf Ihrem Rechner ab und dann können Sie danach die richtige IP haben, wie sie wollen, WoS wird Sie nicht reinlassen. Da hilft also dann nur: vorher richtige IP besorgen, egal ob über eAccess oder VPN/pac (oder Cookie löschen)! Oder wie Sie es getan haben: Shibboleth verwenden.

    Shibbolethist eine sogenannnte Single-Sign-On-Authentifizierung, d.h. wenn Sie sich bei moddle angemeldet haben, müssten Sie auch auf alle andere Dienste z.B. WoS mit Shibbloleth-Authentifizierung zugreifen können. Feine Sache, funktioniert aber im Moment nur bei einigen, großen Anbietern, daher sind wir darauf bisher auch nicht eingegangen. Da es ein weltweites System ist und oft auch andere Benutzernamen als E-Mail-Adressen verwendet werden, ist ein Erkennen der Institution am Benutzernamen nicht möglich und Sie müssen sich durchklicken.

    Uff 🙂

    Mit BibTip haben wir im Online-Katalog bereits ein System, das ähnlich arbeitet wie Amazons “Kunden, die diesen Artikel kauften…” und die von Ihnen bereits entdeckte “Schneeballstrategie” auch dort ermöglicht.

  2. Ich kann Deine Irrwege gut nachvollziehen. Auch mir wäre es genauso ergangen. Der Programmierer dieser Einstiegsseite hat wohl nicht die Usability beachtet, sonst hätte er mehr an den User gedacht als an sich selbst. Ihm ist bestimmt klar gewesen, dass man so und so vorgehen muss wenn man die Seite aufrufen will. Aber jemand, der das erste mal hierher kommt, kennt die (verworrenen) Gedankengänge und Überlegungen des Gestalters nicht. Was lernt man daraus? Die Seite stets von einem neutralen, unbedarften User testen lassen. Ich denke mit dieser Vorgehensweise hätte die Seite anders gestaltet ausgesehen, Dein Einloggen wäre einfacher gewesen. Oft helfen Änderungen in den kleinen Dingen das Leben einfacher zu machen.

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