Elektronische Bücher und ihre zwei Gesichter

Hallo liebe Leser meines Blogs,

diese Woche dreht sich in meinem Kurs Informationskompetenz alles rund um elektronische Bücher, also eBooks. In den Tutorial Videos wurde gezeigt, welche Möglichkeiten bestehen, elektronische Werke im Fundus der TUM Bibliothek zu finden. Wie jede Woche möchte ich auch dieses mal meinen Blogeintrag anhander der vorgegebenen Leitfragen struktuieren.

1) Nutzen Sie schon elektronischen Bücher?

Ich sehe elektronische Bücher aus zwei Perspektiven, also pro und contra; aber um eine Antwort auf die Frage zu geben: ich nutze elektronischen Bücher vereinzelt bzw. nur in seltenen Fällen. Um mein Nutzungsverhalten zu begründen möchte ich aber auf die erwähnten Perspektiven, die ich auf elektronischen Bücher (eBooks) bzw. auf andere elektronisch publizierten Werke (z.B.: eJournals) hab, näher eingehen.

Contra eBook

Viele Leute führen bei der Frage nach eBooks ein Argument an, welches ich auch teile: Das haptische Feedback. Es ist einfach ein entscheidender Unterschied ein Buch aus Papier und Kartonumschlag in der Hand zu haben als vor einem Monitor zu sitzen. Hier habe ich Berührungsreize beim Umblättern der Seiten, riche ggf. das Papier, fühle das Gewicht des Buches in der Hand (was bei große Bücher auch zum Nachteil werden kannn, ganz klar) aber all das gehört für mich zum Lesen eins Buches dazu. Die physische Präsenz des Buches ist für mich wichtig, wenngleich ich das nicht für jede Art Literatur als notwendig erachte. Bei einem Roman ist es mir wichtiger als bei einem Lehr- oder Sachbuch, da ein Roman auch meine Emotionen anspricht und ich diese gerne an die physische Präsenz des Buches knüpfe.

Eine kleine Anektode am Rande: Beim Lesen der Harry Potter Bücher habe ich stark mit den Charateren mitgefiebert, speziell im vierten Band “Harry Potter and the Order of the Phonix”. Die Gefühle und Erinnerungen die ich während des Lesens hatte fallen mir sofort wieder ein, wenn ich das Buch aus dem Bücherregal nehme, bzw. jemanden mit dem Buch in der UBahn sehe.

Ein weiterer Punkt, welcher meiner Ansicht nach gegen eBooks spricht sind die starken Restriktionen. Ich habe viel über Digital Rights Management gelesen und die Probleme die damit einher gingen:

  • zum Teil nur zeitlich eingeschränkt nutzbar
  • nur auf einem zuvor zu registrienden Gerät verwendbar
  • geht die Datei aufgrund eines Hardware Schades verloren hat der Nutzer das Nachsehen
  • properitäre Formate, die nur von speziellen Readern verarbeitet werden können
  • keine Ausleihfunktion

Meine Bedenken gegenüber eBooks sah ich dann in dem Fall von Amazon bestätigt, als diese via Internet auf die Kindle Reader ihrer Kunden zugriffen und die von Kunden rechtmäßig erworbenen und bezahlten Titel “1984” und “Animal Farm” wieder entfernten. Wohlgleich hat Amazon den betroffenen Kunden den Kaufpreis zurückerstattet, ich allerdings sehe in dieser Art der remote-kontrollierbarkeit ein großes Problem.

Auch bei der Möglichkeit eBooks zu lesen sehe ich ein Problem. Ich bin kein Mensch, der ein Buch gern vor einem Monitor ließt, sei es Desktop Rechner oder Laptop. Aber hier hat sich innerhalb der letzten ein bis zwei Jahre ja bereits eine positive Entwicklung auf dem Markt getan.

Pro eBook

Damit möchte ich auch den Bogen zu den, aus meiner Sicht, Vorteilen von eBooks schlagen: Mit den neuen Geräten für die Speicherung und Anzeige von eBooks steigt auch meine Akzeptanz von eBooks. Erwähen möchte ich an dieser Stelle die Reader mit spezieller Displaytechnik (eInk) welche für ein gut lesbares Schriftbild sorgen. Auch die Displaygrößen von 7″ bis 10″, das geringe Gewicht und die gute Akkulaufzeit solcher Geräte sind ein Pluspunkt. Gut, aber wenn der Akku leer ist, das ist auch nix mehr mit lesen, also auf lange Sicht eher ein Minuspunkt.

Ein ganz klaren Vorteil verbuchen die eBooks meiner Meinung nach beim Komfort: bei eBooks ist eine Volltextsuche einfach zu realisieren, interaktive Inhalte (z.B.: Inhaltsverzeichnisse klickbar) sowie Links zu weiteren Onlineresourcen erweitern das Buch über sein eigentliches Sein hinaus. Dennoch sehe ich einen starken Zusammenhang zwischen den Geräten zur Anzeige, Verwaltung und Speicherung von eBook und ihrer Akzeptanz in der breiten Masse.

Um eBooks besser zu etablieren sollte versucht werden, die Vorteile der digitalen und der analogen Welt zu verbinden. Wie bereits bei der Bibliotheksführung angesprochen, gibt es Verlage, die Papierbuch und eBook zusammen vertreiben. So erhält man, kauft man das Papierbuch, ebenfalls die eBook Version. Mit einer solchen Lösung wird beiden Seiten Rechnung getragen: Das Lesefeeling geht nicht verloren und die Vorteile einer digitalen Variante könnten ebenfalls genutzt werden.

2) ein elektronisches Buch für meinen Studiengang

Um das hier kurz anzureißen: ich studiere Informatik im Masterstudium drittes Semester. Ein solches Buch sollte auf jedenfall die bereits angesprochene Erweiterung durch Links auf zusätzliche Resourcen verwenden. Dies könnten zum Beispiel Code-Snippets sein, die in Kombination mit Übungsaufgaben im Buch zu kleinen lauffähigen Programmen ergänzt werden. Auch wäre die angeleitete Entwicklung einer Software interessant, welche in späteren Kapiteln des Buches verwendet werden kann um weitere Inhalte wiederzugeben (Video, Audio).

Auch wäre die graphischen und interaktive Visualisierung von Algorithmen quasi “in-book” interessant, z.B. um zu verdeutlichen, wie Quick-Sort, Merge-Sort oder Bubble-Sort funktionieren und der Leser eigene Beispiel durchprobieren kann. Bei geeigneten Reader, sollte eine Umsetzung weniger problematisch sein.

Das Buch sollte nicht nur ein zu konsumierendes Medium sein, sondern ein interaktives. Ähnlich zu Web2.0 Anwendungen wäre eine Community rund um ein Buch denkbar, in der sich die Leser per (Video)Chat, Forum und und PNs austauschen könnten und über Inhalte bzw. Übungen diskutieren und erarbeiten. Durch die zum Teil bereits vorhandene Verknüpfung der Reader mit dem Internet per GSM bzw. UMTS wäre die grundlegende Technik dafür bereits vorhanden.

Ein Problem sehe ich allerdings in der Verfügbarkeit und Archivierung solcher zusätzlichen Angebote. Wird man ein solches Buch in einhundert oder zweihundert Jahren noch so nutzen können wie wir heute noch Bücher von vor über zweihundert Jahren lesen können. Das bezweifele ich stark, habe ich doch schon jetzt Probleme, Office Dokumente von vor 10 Jahren zu öffenen.

3) Gestaltung der Vorlesung

Ich muss sagen ich bin sehr positiv überrascht von dieser Veranstaltung und ich habe im Hinblick auf die Verwendung und Struktur der Bibliothek sowie der Weboberfläche für die Suche schon viele Dinge gelernt. Durch die Teilnahme an der Veranstaltung nehme ich mir bewusst Zeit für das Erkunden und Arbeiten mit dem Online-Katalog und die Videotutorials geben Anregungen das Gezeigte auch mal selbst zu versuchen.

Am Anfang habe ich das Schreiben eines Blogs mistrauisch beäugt, muss aber sagen, das die Möglichkeit über das vermittelte Wissen zu reflektieren für mich durchaus sehr sinnvoll ist.

Zu den Übungen möchte ich an dieser Stelle folgendes anmerken: Der Umfang der Aufgaben ist ok. Wenn die Aufgaben jedoch gegen Ende der Übungseinheit durchgesprochen werden sollen, wäre es angebracht den Umfang der Aufgaben leicht zu reduzieren, da ich meist nicht alle Aufgaben bearbeitet habe, bevor mit der Besprechung der ersten beginnt (meist fehlt mit die letzte Aufgaben oder ein Teil davon). Nichts desto trotz halte ich das Durchsprechen der Aufgaben am Ende der Übung für sinnvoll, da mir bereits im Eifer des Gefechts kleine Fehler unterlaufen sind, welche dann zu einem anderen Ergebnis als dem Beabsichtigen geführt haben.

Die angebotenen Unterlagen speichere ich mir für ein späteres Nachschlagen nochmals auf meinem Rechner ab. Die VideoTutorials arbeite ich ein oder zweimal durch, pausiere die Videos zeitweise um das Gezeigte selbest direkt nachzuvollziehen. Diese Möglichkeit bietet sich in Frontalunterricht nicht, da man hier permanent konzentriert sein muss um folgen zu können. Aus diesem Grund schätze ich die flexiblere Lösung per Videos.

Uhi ok, dieses mal ist es einiges geworden. Ich möchte mich fürs Lesen bedanken und freue mich über Kommentare zu meinem Feedback.

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2 thoughts on “Elektronische Bücher und ihre zwei Gesichter

  1. You are busy worker and writer. I read all your comments. Well, you are going deeply into the subject. I can understand your point of view quite well. I also think a special e-book for your studies would be a very helpful device. What do you think about writing one?

  2. Die Vorschläge für mehr Interaktion im eBook finde ich gut!
    Applets im Internet, die verschiedene Algorithmen visualisieren, haben mir schon öfter im Studium geholfen. Diese direkt in ein (elektronisches) Lehrbuch einzubauen hätte große Vorteile. In den Vorlesungsfolien werden Algorithmen zwar oft mir mehreren Bildern/Diagrammen dargestellt, aber interaktive Applets bieten hier noch mehr Möglichkeiten, da man selbst, nach Bedarf, verschiedene Szenarien ausprobieren kann.

    Die Idee mit der Community um ein Lehrbuch ist sehr interessant. So kann man sich auch über eine Vorlesung hinweg mit anderen Lesern des Buches austauschen. Auch würden Fehler im Lehrbuch so schneller entdeckt und für jeden sichtbar korrigiert werden können (auch ohne Eingriff des Autors).

    Archivierung eines Lehrbuches über 100 Jahre hinweg ist zumindest in der Informatik nicht so wichtig 😉
    Eine Kombination aus Papierbuch und elektronischen Buch, wie von dir vorher im Artikel erwähnt, könnte diese Nachteile abschwächen.

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